theaterfink im Sitzen

Kriminalschrammeln

Aufführungen:

Kommen bald!

 

Verbrechen gab es zu jeder Zeit in der Menschheitsgeschichte, doch sowohl die Definition, was ein Verbrechen ist, als auch die Rechtsprechung und deren Vollzug unterliegen dem Wandel der Zeit.
Die Kriminalität ist ein Spiegelbild der Epoche. So wollen wir durch die Zeit wandern und unterschiedliche Themen und Hintergründe zur Kriminalgeschichte aufgreifen.

Im hier vorliegendem Programm haben wir das Hauptaugenmerk auf das Ende des 18. Jahrhunderts und das 19. Jahrhundert gelegt. Im ersten Teil des Programmes folgen wir den volksphilosophischen Betrachtungen zu Warnung an junge Frauen und beschäftigen uns mit Frauen in der Rechtsgeschichte – als Opfer, doch auch als Täterinnen. Nach der Pause tauchen wir in Geschichte des Biedermeier und des Pauperismus, des Vormärz und der strengen Zensur, sowie die Industrielle Revolution und die Entstehung des Kapitalismus. Die Napoleonischen Kriege, Staatsbankrott, Revolution und die veränderten Arbeitsbedingungen ließen die ohnehin schon arme und geknechtete Bevölkerung weiter verelenden. Viele wollten in der Kaiserstadt Wien ihr Glück versuchen. Von 1830 bis 1900 stieg die Zahl der Einwohnerinnen von rund 400.000 auf fast 2 Millionen Menschen an. Der Großteil an Verbrechen betraf Eigentumsdelikte, meist aus Not von den Besitzlosen begangen. Die wenigsten endeten mit einem Mord, doch genau wie heute war Mord auch damals das Delikt, das die höchste Aufmerksamkeit erweckte. Die dargebotenen Moritaten handeln von mehr oder weniger spektakulären Mordfällen, allesamt verübt von Angehörigen der unteren Bevölkerungsschicht. Nicht, dass die „oberen Zehntausend“ weniger kriminelle Energien aufgebracht hätten, sie sind nur offensichtlich nicht so prominent dargestellt worden, denn wir konnten kein Lied die wohlhabende Klasse betreffend finden.
Außerdem sollte die Moral der Massen gestärkt werden und nicht jene der korrupten, ausbeutenden Reichen. Doch vielleicht finden wir noch eine Moritat, die den Mädchenschänder Fürst Kaunitz besingt, die korrupten Betreiber des Wiener Neustädter Kanals, oder den Hochstapler und Geldfälscher Peter Ritter von Bohr. Und wenn nicht, dichten wir eben selber welche. Aber davon ein andermal.

Folgen Sie uns auf unserem ersten Streifzug durch die Wiener Kriminalgeschichte – im Sitzen – in das Wien der Tagelöhner und Dienstmädchen!

Machen Sie es sich bequem, seien Sie froh, dass Sie sich den Eintritt leisten können und vergessen Sie nicht: Eine

“Schon wieder ist jüngst in Wien ein Meichelmord geschehen, mich schauderts wenn ich denk daran, ich muss es selbst gestehen.”