Die diesjährige Wiederaufnahme wurde um 2 Programmpunkte erweitert!
Ab dem 18. August 2010 werden im Theatersaal Hanuschhof, der letzten Station, Bilder der bespielten Plätze aus den 1930er-Jahren ausgestellt. Spannende Zeugnisse, wie sich Erdberg gewandelt hat - oder auch nicht.
Eröffnet wird die Ausstellung durch Gemeinderat Ernst Woller
Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Kultur und Wissenschaft in Wien
Am 2. September, als besonderen Höhepunkt und Abschluss der Theaterproduktion, stellen StudentInnen des tfm - Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft ihr Studi(en) Projekt vor. Ergebnis war eine professionell gestaltete Publikation. Ein Projekt das nicht nur von wissenschaftlichem Interesse ist, da hier junge Menschen Leben und Werk Soyfers neu beleuchten, sondern auch uni-politisch Relevanz hat. Die StudentInnen haben basisdemokratisch, in selbstorganisierten Teams, über drei Semester hinweg an diesem Projekt gearbeitet. Ein Engagement, das durch Noten und ECTs-Punkte nicht abgegolten werden kann und in einem immer weiter verschulten Systen so nicht mehr möglich sein wird.
Zum Projekt:
Im Gedenkjahr 2009 fand am Institut des tfm | Theater-, Film- und Medienwissenschaft eine Lehrveranstaltung unter der Leitung von Gabriele C. Pfeiffer mit dem Titel „Jura Soyfer (1912-1939) – Theater- und Lebensdramen“ statt. Diese entwickelte eine wunderbare Eigendynamik, so dass sie schließlich weit über den Charakter einer „herkömmlichen“ Lehrveranstaltung hinausging. Durch das große Engagement seitens der Lehrveranstaltungsleiterin und den TeilnehmerIinnen entstand das hier vorliegende
Studie(en)-Projekt - eine Veröffentlichung der in diesem Rahmen entstandenen verfassten wissenschaftlichen Essays.
Der Inhalt des Sammelbands stellt Jura Soyfer vor - will ihn einerseits StudienkollegIinnen und andererseits einer breiten Öffentlichkeit zugänglicher machen und näher bringen. Seine gesellschaftskritischen Schriften - Prosa, Lyrik und Theaterstücke - sowie die Verarbeitungen seiner Werke in Musik und Theater werden in den einzelnen Beiträgen widergespiegelt. Auch seine Aktualität, in Bezug auf die gegenwärtige Politik und gesellschaftlichen Veränderungen, wird durch die vorliegende Forschungsarbeit aufgezeigt und reflektiert.
Dem in Vergessenheit geratene österreichische Dramatiker der Zwischenkriegszeit wird mit dem vorliegenden Werk erneut Relevanz innerhalb junger Generationen zurück gegeben. Denn seine Schriften zu Arbeitslosigkeit und Antifaschismus haben auch 70 Jahre nach seinem Tod nichts an Aktualität verloren.
Achtung, denn jetzt kommen wir, Wir drei im Bunde, Und springen der Welt in den Nacken voll Gier, Wie große Fleischerhunde! Voran der Mann mit dem harten Schlag. - Eins! Sodann der Mann mit den Lügen im Sack. - Zwei! Und schließlich der Herr mit dem Reinertrag. - Die Faust - die Phrase - und das Geld: Wir drei erobern die Welt. Jura Soyfer: Zwischenrufe links. S.232 Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Leben und Werk des vergessenen Dramatikers und Antifaschisten der Zwischenkriegszeit - Ein Studi(en)-Projekt
