Theresia K**

Dank der Wiener Kriminalchronik bekommen wir Einblick in die Lebensweise auch jener Leute, die aus der gängigen Geschichtsschreibung ausgeklammert wurden, deren Geschichten aber nicht weniger spektakulär sind.

Die junge Theresia Kandl wurde am 16. März 1809, wegen verübter Mordtat an ihrem Manne, als einzige Frau öffentlich bei der Spinnerin am Kreuz mit dem Strange hingerichtet.

* Am Hohen Markt, wo damals das Gerichtsgebäude - die Schranne stand, war sie in Arrest.

* Im heutigen Margareten verübte sie die Mordtat.

* In der Hietzinger Kirche wurde sie verehelicht.

* In Atzgersdorf verbrachte sie Kindheit und Jugend. Geboren wurde sie am 10. Juni 1785 als Theresia Teppich - auch Töbich geschrieben. Ihr Vater war ein angesehener Bürger der kleinen Gemeinde.

In jedem der vier bespielten Bezirke beginnt das Stück mit der für diesen Ort wesentlichen Szene. Alle Aufführungen folgen dem Leben der Theresia K** nach der historischen Moritat.

Die Inszenierung an den Originalschauplätzen im öffentlichen Raum hält sich streng an das historisch auffindbare Aktenmaterial unter Zuhilfenahme von Originalzitaten über die Erziehung und das Wesen der Frau aus dieser Zeit. Natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, wie aktuell so manche abstruse Aussage noch heute ist.

Das Abschiedslied trägt den Originaltitel:

ABSCHIEDSLIED VON DER WELT DER ZUM TODE VERURTHEILTEN DELINQUENTIN THERESIA K**

WELCHE IN WIEN DEN 16. MÄRZ 1809, WEGEN VERÜBTER MORDTAT AN IHREM EIGENEN MANNE, MIT DEM STRANGE VOM LEBEN ZUM TODE HNGERICHTET WORDEN.

Es ist eine alte Moritat, deren Text mit alten Wiener Tänzen aus dem 19 Jahrhundert von Walther Soyka und Martina Rittmannsberger begleitet wird.

Folgen Sie theaterfink an die Stationen des kurzen Lebens von Theresia Kandl.