NEU! Adaptierung: „Da Einedrahra in der Leopoldstadt!“

 Wiederaufnahme: „A Einedrahra kommt nach Liesing!“
 
INHALT :

Eine mumifizierte Leiche wird bei Renovierungsarbeiten im Keller eines alten Hauses gefunden. Die Fakten deuten auf einen historischen Fund hin. Das Bundesdenkmalamt wird informiert und eine Archäologin (Claudia Hisberger) beginnt Nachforschungen anzustellen. Gemeinsam mit ihrer Freundin, einer unterbeschäftigten Gerichtsmedizinerin (Eva Billisich), macht sie sich auf eine Zeitreise ins vormärzliche Wien, in dem sie den Todeszeitpunkt der mysteriösen Mumie vermuten.

Damals wurde das Haus von einem gewissen Peter Ritter von Bohr bewohnt.

Bohr war Zeichner und Maler, der im Wiener Biedermeier zum angesehenen Unternehmer, Aktionär, Bankengründer und sogar zum Adeligen wurde.

1845 wurde er wegen Geldfälschung verhaftet.

War er einfach nur ein echter „Einedrahra“ oder vielleicht doch ein Mörder?

Eine Geschichte über Geld, Gier, Macht und die buchstäbliche Leiche im Keller.

Gespielt als Stationentheater an authentischen Schauplätzen im öffentlichen Raum.

 
AUS DEM HISTORISCHEN AKTENMATERIAL

Das recherchierte Aktenmaterial liegt zu einem großen Teil im historischen Archiv der Österreichischen Nationalbank, welche heuer ihr 200-jähriges Bestehen feiert.

Sechs Jahre nach Bohrs Tod im Gefängnisspital schrieb Rudolph Edler von Felsenthal, der ermittelnde Polizeikommissär, ein Buch: "Aus der Praxis eines österreichischen Polizeibeamten" I. Bd. Der Banknotenfälscher Peter von B***, Wien 1853." Man nahm ihm die Veröffentlichung von Polizeiprotokollen übel und verhängte über den Fall Bohr eine 70-jährige Veröffentlichungssperre. Vieles wurde unter den Teppich gekehrt, um die politischen Machthaber, sowie Bohrs einflussreiche Freunde nicht zu brüskieren oder gar zu Mitverantwortlichen zu machen. Staatskanzler Metternich war einer seiner Schuldner und selbst der Kaiser lobte seine technischen und wirtschaftlichen Unternehmungen. Angesehene Adelige halfen ihm, in den Adelsstand erhoben zu werden und so heiratete Bohr in zweiter Ehe auch die Kärntner Gräfin Mathilde Christalnigg von und zu Gillitzstein.

Ein echter Einedrahra!

Fakt ist, der begabte Zeichner und Maler Peter Bohr wurde 1773 in Luxemburg geboren.

Nach seiner künstlerischen Ausbildung in Paris diente er während der Revolution in der französischen Armee. Nach drei Jahren quittierte Bohr den Dienst. Er wollte nach Wien, doch man verweigerte Bohr in Linz die Weiterreise. Die Malerei eröffnete ihm Kontakte in einflussreiche Kreise. Sein erstes Vermögen erlangte Bohr allerdings mit dem Handel von Diskont- und Wechselgeschäften mit Napoleons Truppen. Napoleon war selbst ein großer Geldfälscher.Bereits in Linz kam es zum ersten Falschgeldverdacht gegen Bohr. Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden.

1813 machte sich Bohr nach Wien auf. Erst kaufte er einen kleinen Landbesitz bei Erlaa, bald darauf erwarb er eine ansehnliche Wirtschaft „auf der Mauer“ (heute 23. Bez.). Weiters kaufte Bohr ein Schloss bei Baden und ein Haus in der Leopoldstadt (in der Praterstraße 520, heute Nr. 13) und ebenso das Schloss Kottingbrunn.

1822 übernahm er für den Kärntner Reichsfürsten Orsini-Rosenberg, die Verwaltung seiner Güter und die Herrschaft Rosegg. Rosenberg brachte ihn in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten – 1839 musste Bohr Konkurs anmelden.

Letztendlich mietete er ein Haus in der Tivoligasse in Meidling. In diesem wurde er auch 1845, auf Grund der Ermittlungen durch Polizeikommissär Rudolph von Felsenthal, verhaftet.

Als das Haus, welches im Volksmund das „Banknotenhäusel“ genannt worden war, 1906 abgetragen wurde, fand man bei Erdarbeiten ein menschliches Skelett.

Ein Mitwisser und Helfer Bohrs?

Peter Bohr war bis in die allerhöchsten Kreise Wiens bekannt und galt als angesehener Geschäftspartner. Er beteiligte sich an verschiedenen wirtschaftlichen und industriellen Unternehmungen. Außerdem konstruierte er eine Guillochiermaschine, ein Gerät zur Erstellung von Sicherheitsmerkmalen beim Druck von Banknoten, Wertpapieren, Reisepässen und Ausweispapieren.

Als durch Kaiser Franz I die Gründung einer Sparkasse angeregt wurde, war Johann Baptist Weber, Pfarrer der Leopoldskirche (Alexander-Poch-Platz) federführend. 1819 wurde im dortigen Pfarrhaus die "Erste Österreichische Spar-Casse" gegründet.

Bohr gehörte zu den 53 Investoren, die 1819 das Stammkapital der Ersten Österreichischen Spar-Casse, der Vorläuferin der heutigen Erste Bank, aufbrachten.

Gekonnt täuschte er die noble Gesellschaft, bis aufgedeckt wurde, dass viele seiner Unternehmungen durch das Fälschen von Banknoten zustande kamen. Die nach dem Delikt gesetzlich vorgeschriebene Todesstrafe wurde durch Kaiser Ferdinand I in eine Kerkerstrafe umgewandelt.

Plan Leopoldstadt:

Plan Liesing: