Die Botschaft von Astoria

Lil katar e Astorija

Ein mehrsprachiges Wandertheater mit Schauspiel, Puppenspiel und Gipsy Music.
Gespielt wird an Orten im 3. Wiener Gemeindebezirk
an denen das Volk und nicht das Finanzwesen beheimatet ist.

Schauspiel: Andrea TIZIANI, Simonida SELIMOVIC, Sasa BARBUL u. a.
Puppenspiel: Susita FINK, Claudia HISBERGER, Walter KUKLA
Musik: Lubomir GOSPODINOV & TRIO KLOK
Kostüm: Sandra SEKANINA
Puppenbau: theaterfink
Konzept & Produktion: Susita FINK & Simonida SELIMOVIC
Ort-Konzept & Dramaturgie: Susita FINK
Regie: Sandra SELIMOVIC

Ins Himmelblau die Rohstoffpreise steigen
Als holde Boten junger Konjunktur.
Nur eine Ware geht im Preis nicht mit
Und bleibt die billigste in jedem Land:
Das ist die Ausschussware »Mensch« genannt.


In Astoria ist alles besser.  Es gibt dort keine Arbeitslosen, keine Kriminalität, kein Unglück, kurz: es ist ein Ort, an den sich einfach jeder sehnen muss. Schnell verbreitet sich die Kunde von diesem wundersamen Staat, und ebenso schnell häufen sich die Anträge auf Einreisevisa und die Anfragen nach internationalen Geschäften. Es könnte also alles perfekt sein, gäbe es da nicht ein kleines Problem. Astoria existiert nicht, es ist nur ein Fantasiegespinst, ein Staat ohne Land und BürgerInnen, beschränkt auf Bürokratie und Finanzwesen. 

Das Stück selbst weist viele Parallelen zum Leben der Roma auf. 
Es handelt von zwei armen Menschen auf der Suche nach einer lebenswerten Heimat. 
Doch bietet der Staat hier die richtigen Antworten? 

„Roma“ heißt übersetzt „Menschen“, über zehn Millionen leben verstreut über ganz Europa, und sie sind in einigen Staaten teils heftiger Diskriminierung ausgesetzt. Das Theaterprojekt „Die Botschaft von Astoria“ will zeigen, dass heute interkulturelles Verständnis und Offenheit, Toleranz und Zivilcourage wichtiger sind denn je. Abgesehen von Herkunft, Hautfarbe, Sprache etc. sind wir alle Menschen, und wir können uns unser Astoria nur selbst schaffen – gemeinsam! 

Die Theatergruppen Romano Svato und theaterfink inszenieren, um der Aktualität des Stückes Rechnung zu tragen, nicht im üblichen Sinne auf der Bühne, sondern „ziehen damit um die Häuser“. Gespielt wird auf der Straße und in Innenhöfen von Gemeindebauten. 
Die alte kulturelle Tradition der Roma und der PuppenspielerInnen wird damit in ein neues Licht gerückt und räumt gleichzeitig mit Vorurteilen und Klischeebildern gründlich auf. 

DIE STATIONEN

Alle 9 Stationen befinden sich in 1030 Wien / Erdberg und sind öffentlich erreichbar mit U3 Station Kardinal-Nagl-Platz (Aufgang Kardinal-Nagl-Platz)

StationenStationen

Zwischen den Stationen werden die einzelnen Unterwegszenen gespielt und gesungen. Die Musik hierzu wurde eigens vom musikalischen Leiter der neuer Gipsy-Music-School komponiert. Gespielt und gesungen wird sowohl in Romanes, als auch in Deutsch. Die Botschaftsgesellschaft setzt sich ausschließlich aus Puppen zusammen.

1.) Joe-Zawinul-Park

Die beiden Roma Hupka und Pistoletta sind auf der Suche nach einem Winterquatier und wie Hupka auf die Millionärin Gräfin Gwendolyn von Cash trifft

2.) Erster Innenhof des Gemeindebau Rabenhof

Hupka wird dem senilen Ehemann von Gwendolyn als erster Staatsbürger zum Geburtstag überreicht und der Staat Astoria entsteht.

3.) Zweiter Innenhof des Rabenhofes

Die Gesellschaft von Astoria feiert den neuen Staat und das Licht geht aus.

4.) Spielplatz im Rabenhof

Hortensia will Rosa in die Geschäftstüchtigkeit der Roma einweisen, doch sie träumt lieber mit dem arbeitslosem Paul vom wunderbaren Leben im Glück in Astoria.

5.) Rabenhof Abgang in die Hainburgerstraße

Hupka wird seiner Rolle als beamteter Lakai des Staates Astoria gerecht und wimmelt das einreisewillige Volk mit immer absurderen Ausreden ab.

6.) Fiakerplatz

Hupka packt das schlechte Gewissen, Astoria ist nun reich, da könnte Gwendolyn doch Land für das Volk der Roma kaufen. Doch wo hat man schon je gesehen, dass eine Börsenmagnatin ein Einsehen hat.

7.) Weg vom Fiakerplatz über Kirchenplatz Don Bosco in den Hanuschhof

Hupka will einen Journalisten überzeugen, die Wahrheit über Astoria zu veröffentlichen, doch der schaltet nur bezahlte Inserate. Jeder dem Hupka begegnet ist von der Existenz Astorias überzeugt, niemand glaubt ihm. 

8.) Gelleis-Statue im Hanuschhof

Das erste astorische Denkmal wird enthüllt. Hupka will die Anwesenden über den Schwindel aufklären, doch auch hier will ihm niemand glauben.

9.) Schlachthausgasse 1 / Gaststätte Knusperhäuschen

Hupka trifft wieder auf Pistoletta, auch Paul hat sich zu ihnen gesellt. Sie haben die Welt zwar nicht verändert, aber die Erkenntnis gewonnen, nur gemeinsam ihr Astoria verwirklichen zu können.

Die Endstation unsere Reise auf der Suche nach Astoria, spielt sich im Gasthaus Knusperhäuschen ab. Hier findet jeder seine Sitzgelegenheit und kann bei einem Gläschen Wein und gutem Essen den Abend ausklingen lassen, oder auch seine Sitznachbarn in hitzige Diskussionen über das Gesehene verwickeln.